Unsere Geschichte
Seit dem 16. Jahrhundert hat die Tenuta Augusta den Aufstieg und Fall von Imperien miterlebt. Mit Blick auf die Ebenen zwischen Padua und Venedig von den malerischen Berici-Hügeln aus liegt sie in einer Landschaft, die seit der Römerzeit bewirtschaftet wird. Das Anwesen liegt an der Schnittstelle von Abgeschiedenheit und kultureller Nähe.


Unsere Vergangenheit
Tenuta Augusta – einst bekannt als Villa Augusta – ist ein stummer Zeuge vergangener Jahrhunderte. Sein erstes schriftliches Zeugnis findet sich in den Steuerunterlagen von Aurelio Tassi aus dem Jahr 1671. Danach erfuhr die Villa 1751 eine umfassende Renovierung, die durch Steinmetzarbeiten von Nicolò Tassi, einem bedeutenden Landbesitzer in Mossano im späten 18. Jahrhundert, dokumentiert ist. Die Geschichte des Anwesens reicht weiter zurück: architektonische Hinweise deuten darauf hin, dass die Villa ältere Bauteile integriert. Ihre ursprünglichen Türen und Fenster – kleiner und mit vollständig gewölbten Oberseiten – wurden hinter späterem Putz und Mauerwerk entdeckt, Merkmale, die für Bautechniken des 16. Jahrhunderts charakteristisch sind.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich die Villa Augusta von einer Adelsresidenz zu einem landwirtschaftlichen Gut gewandelt. Eine alte Postkarte aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigt die Villa bereits als geschätztes lokales Wahrzeichen. Die moderne Zeit war jedoch weniger gnädig. Jahrzehntelang stand sie leer, die prunkvollen Räume sammelten Staub und die Elemente forderten ihren Tribut, obwohl bemerkenswert wenig Vandalismus auftrat. Dieser langer Schlaf fand schließlich 2025 ein Ende, als wir mit einer sorgfältigen Restaurierung begannen.


Die Tassi-Linie und das Post-Erbe
Die Geschichte der Tenuta Augusta ist eng mit der Familie Tassi aus Mossano verknüpft, deren Name selbst auf ein legendäres Erbe in der europäischen Kommunikation hindeutet. Die Tassi von Mossano gelten als Teil der größeren Familie Tasso (oder Tassis), einer lombardischen Linie, die für die Organisation des Kurierdienstes der Republik Venedig und später des kaiserlichen Postwesens bekannt ist. Tatsächlich waren Mitglieder der Familie Tasso bereits im 15. und 16. Jahrhundert als Boten für die Republik Venedig und für mächtige Gönner wie das Papsttum und den habsburgischen Kaiser tätig.

Im Laufe der Generationen wurde der italienische Name “de Tassis” zu Thurn und Taxis germanisiert, unter welchem Namen diese Dynastie Fürsten wurde und jahrhundertelang einen Großteil des europäischen Postwesens leitete. Die Familie Thurn und Taxis besaß vom 16. bis ins 19. Jahrhundert ein quasi-Monopol auf die kontinentalen Postrouten, eine Abstammung, die mit jenen unternehmerischen venezianischen Kuriere vor langer Zeit begann.
In Mossano trug die lokale Tassi-Filiale Echos dieses illustren Erbes. Das Familienwappen der Tassi ist im französischen Stil Lilienblüte, ein Lilienmotiv, das als Steinmetzarbeit über dem Kamin der Villa entdeckt wurde.